FCK-Führung zögert Fanabteilung weiter hinaus

Fanabteilung_JetztBereits am 5. März 2012 stellten Mitglieder der „Perspektive FCK“ einen Antrag auf Gründung der Abteilung „Fans und fördernde Mitglieder“. Mit Schreiben vom 2. Dezember 2013 teilte der Vorstandsvorsitzende des 1.FC Kaiserslautern e.V., Stefan Kuntz, der Perspektive FCK nun mit, dass er den Mitgliedern des Vereinsrats bei ihrer Sitzung vom 14. Oktober 2013 die Aufgaben dieser neu zu gründenden Abteilung vorgestellt habe, wobei die Mitglieder des Vereinsrats „gemäß Art. 20 (1) in Verbindung mit Artikel 2 (1) der Vereinssatzung keine rechtliche Grundlage für die Gründung einer ’nicht-sportlichen‘ Abteilung“ gesehen hätten. Der Vereinsrat sehe sich daher „außer Stande, derzeit in dieser Angelegenheit tätig zu werden“. Man habe daher einstimmig beschlossen, den Antrag an den Satzungsausschuss zu verweisen, damit dieser über eine Änderung des Art. 20 (1) der Vereinssatzung beraten könne. Eine ausführlichere oder genauere Begründung der Entscheidung wurde nicht genannt.

In einem Gespräch am 17. September 2012 hatte Stefan Kuntz gegenüber Vertretern der Perspektive FCK erklärt, dass er der Gründung einer „Fan-Abteilung“ grundsätzlich positiv gegenüber stehe. Auf Nachfrage erklärte er weiter, dass er sich zu diesem Zeitpunkt nicht sicher sei, ob und ggf. welche Änderungen der Vereinssatzung hierfür nötig seien. Er werde aber einen entsprechenden Änderungsantrag unterstützen, sofern ihn das Konzept der neu zu gründenden Abteilung überzeuge.

Bei der Jahreshauptversammlung am 30. November 2012 wurde dann unter „Antrag 17“ seitens des Vorstandes und des Aufsichtsrats eine Änderung des Artikels 20 (1) der Vereinssatzung dergestalt beantragt, dass es anstatt „Zur Erfüllung seiner sportlichen Aufgaben […]“ zukünftig „Zur Erfüllung seiner gemeinnützigen Aufgaben […]“ heißen solle. Der Antrag wurde leicht modifiziert angenommen und die Satzungsänderung zwischenzeitlich auch im Vereinsregister eingetragen. Bei der Jahreshauptversammlung waren sowohl Vereinsführung als auch Vereinsmitglieder der einhelligen Auffassung, dass so die Möglichkeit, auch „nicht-sportliche“ Abteilungen zu gründen, geschaffen werde. Aus diesem Grund zogen mehrere Vertreter der Perspektive FCK auch die von ihnen gestellten Änderungsanträge bzgl. Artikel 20 (1) zurück. In dem „Antrag 17“ wurde darüber hinaus der Artikel 20 Absatz 2 geändert. Gerade hier wird deutlich, dass diese Änderungen insbesondere für die „nicht sportlichen Abteilungen“ gelten. So heisst es in diesem Absatz:
„Den Abteilungen mit sportlichen Aufgaben obliegt die Durchführung des Übungs- und Wettkampfbetriebes. Den nicht sportlichen Abteilungen obliegt die Erfüllung der ihnen übertragenen Aufgaben.“

Mit außerordentlicher Verwunderung müssen wir daher jetzt zur Kenntnis nehmen, dass die von den Vereinsmitgliedern beschlossene – und vom Vorstand selbst zu diesem Zweck beantragte – Satzungsänderung nun nach Meinung des Vorstandes bzw. des Vereinsrats offenbar doch keine Rechtsgrundlage für die Gründung „nicht-sportlicher“ Abteilungen schaffen soll. Diese Mitteilung können wir folglich nur so verstehen, dass der Vorstand – der dem Vereinsrat ja auch angehört – nunmehr seinen eigenen Antrag für nicht zweckdienlich bzw. unzureichend erachtet.

Unser Vertrauen in die Aussagen des Vorstandes wurde durch diese einstimmige Entscheidung des Vereinsrats daher auch nachhaltig erschüttert, da die Mitglieder der Perspektive FCK bei der Jahreshauptversammlung 2012 ihre diesbezüglichen Anträge im Hinblick und im Vertrauen auf die Aussagen und den Antrag des Vorstandes zurückgenommen haben. Auch das Vertrauen von mehreren hundert Vereinsmitgliedern, die bereits einen Antrag auf Umsetzung in die zu gründende Fan-Abteilung unterschrieben haben, dürfte so enttäuscht worden sein.

„Es wirkt schon befremdlich, dass uns die Entscheidung des Vereinsrates erst drei Tage vor der Jahreshauptversammlung und über sechs Wochen nach der Sitzung des Vereinsrates schriftlich mitgeteilt wurde. Dadurch ist es uns nicht mehr möglich, diesbezügliche Anträge fristgerecht zur Jahreshauptversammlung 2013 zu stellen. Davon abgesehen sind seit der Antragstellung mittlerweile weit mehr als anderthalb Jahre vergangen. Aufgrund dieser Tatsachen müssen wir daher leider auch davon ausgehen, dass die Gründung einer Fan-Abteilung seitens der Vereinsführung bewusst verhindert oder zumindest verzögert werden soll. Dies widerspricht eklatant unserer Vorstellung von einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Vereinsführung, die seitens der Perspektive FCK nach wie vor angestrebt wird.“ so Jochen Grotepaß, Vorstandsmitglied der Perspektive FCK.