Fan Demonstration zum Erhalt traditioneller Stadionnamen

Vor dem Heimspiel gegen den Hamburger SV e.V. fand in Kaiserslautern eine Demonstration unter dem Motto „traditionelle Stadionnamen erhalten“ statt.
Eine Besonderheit bei dieser Demonstration war die Tatsache, dass nicht nur die Anhänger des 1. FC Kaiserslautern e.V. an dieser teilnahmen, sondern sich Fans des FCK und des Hamburger SV gemeinsam der Thematik widmeten. Die Hamburger Fans, deren Stadion bis zum heutigen Tage drei Mal nach dem höchst bietenden Sponsor umbenannt wurde, nahmen dabei – in Anbetracht der Kurzfristigkeit der Planung – mit der zufrieden stellenden Zahl von rund 80 Leuten an der Demo teil.
Ihren Startpunkt hatte die Demo auf dem Willi-Brandt-Platz des Rathauses der Barbarossastadt, auf dem sich im Laufe der Zeit immer mehr Fans des FCK und des HSV einfanden.


Ein Blick auf die Demonstration
Ein Blick auf die Demonstration

Da es uns ein wichtiges Anliegen war, die Demonstration auch mit Inhalt zu füllen, wurde an die anwesenden Fans und später an die Passanten eine eigens für die Demo angefertigte Broschüre verteilt, in der sich ausgiebig mit der Geschichte des Fritz-Walter-Stadions und der Person Friedrich “Fritz” Walter auseinander gesetzt wird.

Beginnen sollte die Demonstration mit einer Kundgebung, bei der Vertreter aus beiden Fanszenen jeweils klar Stellung zum Motto der Demo bezogen, traditionellen Stadionnamen zu erhalten bzw. zurückzufordern.
So betonte in der Eröffnungsrede ein Vertreter der Lautrer Fanszene: „Dabei ist es doch gerade die Legende der traditionellen Stadionnamen, die deren Mythos ausmacht und die mit keinem Geld der Welt zu bezahlen ist. Tradition schafft Identifikation, und aus Identifikation entsteht Treue und Vereinsliebe: Ein Gut, welches man sich nicht einfach erkaufen kann, aber auf das stets Verlass ist!“, während uns von HSV Seite ans Herz gelegt wurde, „den Arsch hochzubekommen“ und zu der Jahreshauptversammlung des 1. FC Kaiserslautern e.V. zu erscheinen, denn ohne unsere Zustimmung kann der in der Satzung verankerte Name des Stadions schließlich nicht geändert werden!
Nach den mit viel Applaus bedachten Reden ging es für die rund 500 Fans aus Hamburg und Kaiserslautern hinter den „Fritz Walter Stadion“ und „Traditionsverein“ Bannern durch die Innenstand in Richtung des Elf-Freunde-Kreisels am Fuße des Betzenbergs.
Lautstark schlängelte sich der Demozug durch die engen Straßen Kaiserslauterns und forderte dabei entschlossen und kreativ den Erhalt des Namens „Fritz-Walter-Stadion“, sowie die Rückbenennung des Hamburger Stadions in „Volksparkstadion“. Doch auch andere Themen wie beispielsweise “Den Erhalt der Fankultur” wurden während dem Demonstrationszug aufgegriffen. Erwähnenswert an dieser Stelle ist, dass sich während dem Marsch durch die Innenstadt viele weitere Fans dem Marsch anschlossen und auch viele interessierte Bürger dem Marsch ihre Aufmerksamkeit widmeten. Ein Zeichen, dass wir mit unseren Forderungen nicht alleine sind!
Nach dem rund 45 Minuten dauernden Marsch erreichte die Demo den 11-Freunde-Kreisel, wo sich viele hunderte Fans beider Lager aufhielten und sich mit den lautstarken Forderungen der Fans beider Vereine solidarisierten und selbst in die Gesänge einstimmten. Nach einer kurzen Abschlussrede wurde die Demo offiziell beendet und die Fans beider Lager gingen zufrieden mit einigen letzten Gesängen ihrer Wege in Richtung des Fritz-Walter-Stadions.

Auch im Verlauf des Spieles solidarisierten sich je beide Fanlager mit Spruchbändern, Sprechchören und spendeten gegenseitigen Applaus. Eine gelungene Geste, die wie schon beim Heimspiel gegen Dortmund in großen Teilen des Stadions auf Gegenliebe und laute Zustimmung stieß.
Während der gesamten Demonstration kam es zu keinerlei Zwischenfällen, ganz im Gegenteil – Es wurde sich intensiv ausgetauscht und somit ein Leitspruch der Demo eindrucksvoll gelebt:
Solidarität ist eine Waffe – sind wir uns ihrer bewusst!

Im Rückblick sind wir sehr zufrieden mit der Demonstration. In Anbetracht der geringen Vorlaufzeit für die Mobilisierung war die Zahl der Teilnehmer äußerst zufriedenstellend und auch des mediale Echo war sehr positiv.

In diesem Sinne: Für immer Fritz-Walter-Stadion, für immer Volkspark in Hamburg!